Neue Buchmacher 2026: Wer wirklich neu ist – und wer nur so wirkt

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only

Ladevorgang...

Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join

Stand: Oktober 16, 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Ein Schlüssel steckt in der Tür eines leeren, hell beleuchteten Ladenlokals, draußen fällt die Dämmerung.
Die GGL führt die I.B.C. Sportsbetting Limited als Veranstalterin der Sportwetten unter bet3000, die Erlaubnis ist mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet.

Ein „neuer Buchmacher“ ist in Deutschland kein Marketingbegriff, sondern eine Lizenzfrage. Wer hier Glücksspiel anbietet, braucht eine Erlaubnis der GGL, und jedes Angebot ohne Eintrag auf der Whitelist ist nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubt. Eine ausländische Lizenz – aus Malta, Curaçao, Anjouan – hat in Deutschland keine Wirkung. Der Markt dreht sich deshalb nicht um hippe Namen oder hohe Boni, sondern um eine einzige Frage: Steht der Anbieter mit der Domain, auf die gewettet wird, auf der Whitelist?

Die Antwort ist nicht schwer zu finden, sieht man von der Verlockung einmal ab. Die GGL veröffentlicht eine Liste erlaubter Anbieter; Domains ohne Eintrag dort sind vom Markt ausgeschlossen, völlig unabhängig davon, wie seriös der Sitz der Gesellschaft wirkt. Wer hier eine Wette abschließt, hat keinen Anspruch auf OASIS-Sperren, keine LUGAS-Limitdatei und keine deutsche Beschwerdestelle. Wer dort wettet, ist vom Glücksspielstaatsvertrag nicht geschützt.

„Neu“ lohnt sich trotzdem, genau hinzusehen. Ein Buchmacher kann seit Jahren existieren und erst kürzlich eine deutsche Erlaubnis erhalten haben – das ist im Sinne des GlüStV „neu auf dem Markt“. Oder er kann einen neuen Markennamen tragen und mit alter Lizenz wiederverwendet werden. Wer welche Erlaubnis hat und seit wann, steht in der Whitelist; dort beginnt jede ehrliche Auswahl.

Markteintritt in Deutschland: Was „neu“ juristisch heißt

Der Markteintritt in Deutschland ist ein Verwaltungsakt, kein Slogan. Wer Sportwetten im Internet veranstalten oder vermitteln will, benötigt eine Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV; die zuständige Stelle ist seit dem 1. Juli 2021 die GGL in Halle (Saale). Eine ausländische Konzession deckt das Angebot an deutsche Kunden nicht ab, eine deutsche Erlaubnis gilt nur für genau die Domain, die auf der Whitelist geführt wird. Eine Casino-Lizenz derselben Gesellschaft befugt nicht zu Sportwetten.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem Kugelschreiber und einer Tasse Kaffee auf einem Holztisch, Aufnahme von oben.
Auf der Whitelist der GGL ist für Betway die Betway Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.03.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.

Wer überhaupt auf den Markt darf

Die erste Erlaubnis wird gemäß § 4c Abs. 1 GlüStV grundsätzlich für fünf Jahre erteilt; Verlängerungen sind möglich. Die Whitelist führt ausschließlich das Datum der Erteilung. Ein Ablaufdatum ist in der Liste nicht vorgesehen; die Gültigkeit der Erlaubnis ergibt sich aus den gesetzlichen Bestimmungen und den fortlaufenden Aktualisierungen der Liste. Wer wissen will, ob eine Erlaubnis noch besteht, prüft die jüngste Aktualisierung der Liste.

Welche Pflichten der Markteintritt mit sich bringt

Mit der Erlaubnis kommen die Pflichten aus dem GlüStV: ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifikation, Zahlungen nur von einem Konto, das auf den eigenen Namen läuft, an einem Institut nach dem Geldwäschegesetz, keine anonymen Zahlungsmittel, paralleles Spielen während eines laufenden Spielsperre-Eintrags ist verboten. Wer in den deutschen Markt will, übernimmt diese Architektur vollständig. Anbieter, die Teile davon nicht abbilden, scheitern bereits an der Eignungsprüfung der Aufsicht.

Rechtslage: Erlaubnis der GGL und Whitelist als einziger Test

Die Rechtslage folgt vier Ebenen: Glücksspielstaatsvertrag, GGL als Aufsichts- und Erlaubnisbehörde, Rennwett- und Lotteriegesetz für die Steuer und die Whitelist als einzige belastbare Prüfung. Werbung dürfen nur Erlaubnisinhaber betreiben (§ 5 Abs. 7); die Tagessperre 06:00-21:00 Uhr betrifft Online-Casinospiele und virtuelle Automatenspiele, nicht aber Sportwetten.

Eine Messingwaage steht auf einer dunklen Holzplatte vor einem Fenster, durch das weiches Tageslicht fällt.
Die GGL warnte am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Was die Whitelist zeigt – und was nicht

Die Whitelist ist eine Übersicht erlaubter Anbieter und führt je Eintrag die Domain, die dahinterstehende Gesellschaft und das Datum der (Erst-)Erlaubnis. Eine Domain auf der Liste belegt die Erlaubnis genau für die angegebene Sportwettendomäne; Casino-, Poker- oder Slots-Erlaubnisse stehen daneben und gelten für andere Domains. Eine .de-Domain wiederum belegt noch gar nichts – auch über sie lässt sich unlizenziertes Glücksspiel betreiben, wenn keine Erlaubnis erteilt wurde.

Was mit unerlaubten Angeboten passiert

Die GGL schreitet ein: Untersagungsverfügungen, Zahlungsblockaden und Netzsperren (§ 9 GlüStV). Strafrechtlich kann das Veranstalten nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden, das Bewerben nach § 285 StGB mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme ist ebenfalls bußgeldbewehrt; eine Verfolgung einzelner Spielender ist in der Praxis selten und nicht der Punkt – der Punkt ist, dass kein Schutz greift.

Die GGL warnt regelmäßig vor illegalen Angeboten. Anfang September 2026 hat sie ausdrücklich vor Plattformen wie „Platincasino“ gewarnt und vor der Teilnahme an solchen Angeboten. Was im Inland erlaubt ist, ist auf der Whitelist abschließend verzeichnet; alles andere fällt aus dem Schutz des Staatsvertrags heraus.

Zivilrechtlich: Rückforderung verlorener Einsätze

Ein laufendes Verfahren hat diese Frage auf europäische Ebene gehoben: Der Bundesgerichtshof legte dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 von Tipico zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich, dass unerlaubte Anbieter verlorene Einsätze erstatten müssen – Ausnahme nur, wenn die Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist keine Garantie für den Einzelfall, aber es verschiebt die Argumentationslage.

Verantwortungsvolles Wetten: OASIS, LUGAS und der 1.000-€-Deckel

Die deutsche Regulierung verschiebt die Verantwortung weg vom Anbieter und hin zu einem Verbund aus Sperrdatei, Limitdatei und Eigenkontrolle. Wer hier spielt, ist Teil eines Systems, das Risiken annimmt, bevor sie entstehen – und es funktioniert nur, wenn man die Akteure kennt.

Sperrdatei OASIS – wer rein ist, spielt nirgends mehr

OASIS wird bei Anmeldung und Login geprüft. Eine Selbstsperre über einen Anbieter gilt sofort bei allen Whitelist-Anbietern; Fremdsperren, etwa durch Angehörige oder die Aufsicht, sind ebenso möglich. Die Mindestdauer einer Selbstsperre beträgt drei Monate, wenn eine Frist genannt wird – ansonsten ein Jahr. Wer einmal gesperrt ist, kommt nicht über einen anderen Anbieter wieder rein, das ist der Sinn der Datei.

LUGAS – das übergreifende Einzahlungslimit

Seit dem Inkrafttreten des GlüStV 2021 gilt ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 € über alle Anbieter hinweg. Die Limitdatei LUGAS sorgt dafür, dass eine Einzahlung bei Anbieter A nicht die Auszahlungsgrenze bei Anbieter B aushebelt. Eine Anhebung ist nur mit nachgewiesener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich, und sie kann 10.000 € bei einer Einzelperson erreichen; eine Selbstauskunft reicht nicht. Senkungen gelten sofort, Anhebungen erst nach sieben Tagen.

Weitere Schutzmechanismen

Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3 GlüStV) sperrt das Konto für 24 Stunden, ohne dauerhafte Selbstsperre und ohne Erklärung. Vollständige Verifikation ist Pflicht: maximal 72 Stunden spielen mit 100 € Einzahlungslimit und ohne Auszahlung ist das Maximum für ein nicht verifiziertes Konto. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung erfolgt die Auszahlung des Restguthabens binnen fünf Werktagen ohne Gebühr.

Krypto, E-Wallets, Prepaid: Was beim Bezahlen erlaubt ist

Kryptowährungen schließt der Glücksspielstaatsvertrag in seiner Logik konsequent aus – Zahlungen müssen von einem Konto stammen, das auf den eigenen Namen läuft und an einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Bitcoin, Ether und vergleichbare Coins fallen damit heraus, ebenso anonyme Prepaid-Lösungen, die ohne Identitätsprüfung ausgegeben werden.

E-Wallets bleiben möglich, sofern das Wallet selbst identifiziert ist. Skrill, Neteller und vergleichbare Anbieter verlangen bei der Kontoeröffnung längst eine Legitimationsprüfung – ein verifiziertes Wallet erfüllt die Eigennamens-Anforderung. Welche konkreten Wallets ein Anbieter akzeptiert, steht in dessen AGB; PayPal ist bei lizenzierten deutschen Buchmachern verbreitet, aber kein Pflichtbestandteil.

Trustly, Klarna und die paysafecard bewegen sich in unterschiedlichen Lagern. Trustly vermittelt direkt zwischen Bankkonto und Anbieter – die Eigennamens-Bedingung ist erfüllt, sofern die Bank identifiziert ist. Klarna arbeitet ähnlich, zunehmend auf Rechnung und Sofortüberweisung. Die paysafecard hat dort ihre Grenze, wo das Prepaid-Guthaben ohne KYC gekauft wird – einzelne Anbieter akzeptieren die Karte nur, weil der Vorgang über die Euro-output-EMV-Stücke über eine Kontoverbindung läuft.

Offshore-Sites: andere Regeln, andere Zahlungsmittel

Anbieter ohne deutsche Erlaubnis fallen nicht unter § 6b Abs. 4 und nicht unter LUGAS. Sie akzeptieren, was die GlüStV-Welt ausschließt, und sie zahlen aus, wie sie wollen. Das ist weder gut noch schlecht, sondern eine Frage der Zuständigkeit – und der Zuständigkeit nach hat ein deutscher Kunde dort keine deutsche Aufsicht.

Boni und Gratiswetten: Was die Werbung verschweigt

„100 % Bonus“, „risikofreie Wette“, „Booster“ – die Werbung spricht über das, was geschenkt wird, und schweigt über das, was es kostet. In Deutschland setzt der Glücksspielstaatsvertrag keine Obergrenze für Boni oder Gratiswetten; was ein Bonus wert ist, entscheidet allein der Anbieter in seinen Bedingungen, und was er wert ist, entscheidet die Rechnung des Lesers.

Was Bedingungen tatsächlich ausmachen

Umsatzanforderung, Mindestquote und Frist sind die drei Größen, die einen Bonus in bares Geld verwandeln oder zu einer Kostenfalle machen. Die Umsatzanforderung sagt, wie oft der Bonusbetrag – oder Bonus plus Einzahlung – zu festgelegten Mindestquoten umgesetzt werden muss. Die Mindestquote trennt zählende Wetten von nicht zählenden; wer unterhalb dieser Quote wettet, läuft, ohne voranzukommen. Die Frist setzt ein Ende: sind die Umsatzbedingungen bis dahin nicht erfüllt, verfällt Bonus und Gewinn.

Gratiswetten – der Einsatz fehlt meistens

Eine Gratiswette ist im deutschen Markt in aller Regel so konstruiert, dass nur der Reingewinn ausgezahlt wird, der Einsatz also nicht zurückfließt. Wer eine 10-€-Gratiswette auf Quote 5,00 setzt, gewinnt 40 € netto, nicht 50. Manche Anbieter zahlen den Einsatz mit aus; dann lohnt sich ein Blick in die AGB umso mehr. Der Wert einer Gratiswette ist auf Märkten mit niedriger Marge niedriger, auf Märkten mit hoher Marge höher; ohne konkrete Quote und ohne konkrete Bedingungen ist jede „Wert“-Angabe Schätzung.

Warum „risikofrei“ häufig ein Wort ist

Eine „risikofreie“ Wette, die im Verlustfall als Gratiswette erstattet wird, ist nicht risikofrei – sie überträgt das Risiko in eine Bedingung. Auch hier gilt: erst die AGB lesen, dann rechnen.

Zahlungen, Auszahlungswege, Geschwindigkeit: Wer wie auszahlt

Die Frage „Wann ist das Geld da?“ hat zwei Antworten: Die eine betrifft die Bearbeitungszeit des Anbieters, die andere die Laufzeit der Methode selbst. E-Wallets sind technisch schneller als Banküberweisungen, weil sie außerhalb des SEPA-Raums arbeiten; Karten und Bank liegen naturgemäß am längeren Ende. Welche Methoden tatsächlich zur Auszahlung freigegeben sind, hängt von der Einzahlungsmethode ab – die meisten Anbieter zahlen auf demselben Weg zurück, auf dem eingezahlt wurde.

Auszahlungsdauer – was sich aus den AGB ablesen lässt

E-Wallets: in der Regel binnen 24 Stunden, oft noch am Tag der Bearbeitung. Banküberweisung: ein bis drei Werktage, weil SEPA-Laufzeiten dazukommen. Kreditkarte: ein bis drei Werktage, je nach Kartengesellschaft. Prepaid-Karten und die paysafecard sind zur Auszahlung meist nicht freigeschaltet; eine Auszahlung wird dann auf das Bankkonto umgeleitet. Manche Anbieter setzen eine Mindestauszahlung, etwa 10 €, und/oder eine Obergrenze pro Tag oder Woche – was darüber liegt, wird gestaffelt.

Warum die „schnellste Auszahlung“ nur ein Werbeversprechen ist

Die Seite eines Anbieters wirbt gern mit „Auszeichnung in 2 Stunden“. Gemessen wird die Bearbeitungszeit des Anbieters selbst; die Methode, an die das Geld geht, ist der zweite Schritt. Wer ein E-Wallet nutzt, bekommt den Betrag dort; wer auf das Bankkonto auszahlt, wartet auf die Bank. Die schnellste Werbeaussage und die langsamste Realität gehören oft demselben Anbieter an.

Livewetten und Cash Out: Was erlaubt ist und was nicht

Livewetten sind in Deutschland erlaubt, aber eingehegt. § 21 Abs. 4 GlüStV begrenzt das, was während eines laufenden Spiels gewettet werden darf: nur das Endergebnis oder seltene Ereignisse wie das nächste Tor oder der nächste Satz. Ereignisse, die häufig eintreten – der nächste Punkt im Tennis, der nächste Korb im Basketball – sind ausgeschlossen. Bei Spielen unterhalb der 3. Liga – Amateur- und Jugendsport – verbietet die GGL Livewetten ohnehin, weil die Integrität nicht abgesichert ist.

Wie viel Programm wirklich bleibt

In der Bundesliga, der 2. Bundesliga und im Europapokal bleibt das Live-Programm üppig: Endergebnis, nächster Torschütze, falls das Turnier es als „seltenes Ereignis“ anerkennt, Handicap, Halbzeittreffer. Auf dem Tennisplatz gilt Entsprechendes, ebenso im Basketball der easyCredit BBL. American Football, Darts und Snooker funktionieren nach demselben Muster. Wer vom Ausland aus anderes gewohnt ist, läuft in Deutschland an einer kleineren Auswahl entlang.

Cash Out – freiwillige Funktion, keine Pflicht

Cash Out ist eine Eigenschaft des Anbieters, keine des Marktes. Wer sein Spiel vorzeitig aussteigen will, schaut darauf, ob der Anbieter Cash Out anbietet – und wenn ja, in welchem Umfang. Manche Anbieter bieten Cash Out nur auf ausgewählten Märkten an, andere auf dem gesamten Programm. Cash Out ist das Geschäft des Anbieters mit dem Kunden, kein eigenständiges Glücksspiel – der Anbieter kauft die offene Wette zu einem selbst bestimmten Preis zurück und behält die Marge.

Tipps und Strategien: Warum Buchmacher-Tipps keine Gewinngarantie sind

Quoten spiegeln Wahrscheinlichkeiten aus Sicht des Buchmachers wider – mit einer eingebauten Marge, die das Unternehmen daran verdient. Ein Buchmacher-Tipp ist nichts anderes als die Wetteinschätzung des Anbieters: Wer favorisiert wird, wer Außenseiter ist, wo die Quote fällt. Auch der deutlichste Favorit verliert regelmäßig, und ein Marktfavorit nach Quote ist nicht zwingend ein wirklicher Favorit nach Sportlogik. Wer „den Tipp des Buchmachers“ als Prognose versteht, versteht Quoten nicht.

Warum Form, Tabelle und Quote nicht reichen

Ein Tipp aus Form, Tabellenlage und Buchmacher-Quote ist eine Schätzung über Wahrscheinlichkeiten, kein Versprechen. Die Quote enthält die Marge des Anbieters, nicht die echte Wahrscheinlichkeit – der Favorit mit Quote 1,40 ist nicht zwingend zu 71 % wahrscheinlich. Wer Quoten liest, liest eine Marktmeinung mit eingebautem Hausvorteil.

Vorauswahlen und ihre Grenzen

Vorauswahlen vor Turnieren – „World Cup Favoriten“, „EM-Favoriten“ – sind Listen der Favoriten nach Wettmarkt, nicht nach sportlichem Können. Eine Mannschaft, die als Turnierfavorit gilt, gilt das, weil der Buchmacher sie vorne sieht; das heißt nicht, dass sie gewinnt. Wer auf Turniersieger setzt, setzt auf eine Quote, die bereits einen Risikoaufschlag enthält.

Wettarten: Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Drei Wettarten, drei Risikoprofile. Die Einzelwette ist die einfachste: ein Spiel, eine Quote, ein Ausgang. Die Kombiwette kombiniert mehrere Spiele zu einer Quote, die sich aus dem Produkt der Einzelquoten ergibt – das Risiko steigt mit jedem hinzukommenen Spiel, im selben Maß wie der potenzielle Gewinn. Eine Systemwette fasst mehrere Kombinationen aus denselben Spielen zusammen und erlaubt es, auch dann zu gewinnen, wenn nicht alle Tipps eintreffen.

Kombiwette – das Produkt aus Risiko und Quote

Bei einer Kombiwette mit drei Spielen zu den Quoten 1,80, 2,10 und 1,95 ergibt sich eine Gesamtquote von 1,80 × 2,10 × 1,95 = 7,371. Das ist verlockend, aber: Die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei Tipps zutreffen, ist das Produkt der einzelnen Wahrscheinlichkeiten – niedriger als bei jedem Einzeltipp allein. Wer drei Tipps trifft, hat drei Chancen gehabt, falsch zu liegen.

Systemwette: Heinz, Goliath und ihre Geschwister

Eine Heinz-Wette umfasst 57 Wetten aus 6 Spielen (15 Zweier-, 20 Dreier-, 15 Vierer-, 6 Fünfer- und eine Sechserkombination). Eine Super-Heinz enthält zusätzlich den 6er. Ein Goliath enthält 247 Wetten aus 8 Spielen. Das System erlaubt Teilerfolge, aber jede zusätzliche Kombination kostet zusätzlichen Einsatz. Systemwetten sind ein Werkzeug für erfahrene Spielende, kein Anfängerschritt – ein vollständiger Überblick über Chancen und Risiken erfordert mehr Rechenarbeit, als eine einzelne Wette verlangt.

Margin: Der Anteil, der in jeder Quote steckt

Jede einzelne Quote trägt die Marge des Buchmachers: Den Anteil, den der Anbieter vom Gesamtumsatz eines Marktes einbehält. Bei einem Spiel mit zwei fast gleich starken Mannschaften und Quoten von 1,90 und 1,90 liegt die Marge bei rund 5 %, weil die Auszahlungsquote bei 95 % liegt. Bei Quoten von 1,50 und 2,70 liegt sie sichtbar höher. Eine niedrigere Marge heißt mehr Auszahlung an die Spielenden – genau darauf zielt der Quotenvergleich zwischen Anbietern, der nach Markt und Sport durchgeführt wird.

Sportarten und Turniere: Fußball, Tennis, Darts, NFL, Boxen

Fußball steht im Programm jedes lizenzierten deutschen Anbieters – Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, Champions League, Europa League, Premier League, La Liga, Serie A. Dazu kommen Nationalmannschafts-Turniere, Qualifikationsspiele, Pokalwettbewerbe. Tennis umfasst die ATP, WTA, die vier Grand Slams und Challenger-Turniere. Darts: PDC-Turniere, World Matchplay, Weltmeisterschaft. American Football: NFL reguläre Saison, Playoffs, Super Bowl. Boxen: Schwergewichtskämpfe auf Titel- und WM-Ebene, dazu ausgewählte Profiligen.

Eishockey: DEL und NHL

Eishockey ist mit DEL, Champions Hockey League und NHL gut aufgestellt. Bei kleineren Ligen – etwa der schwedischen HockeyAllsvenskan – wird das Programm dünner, manche Anbieter listen überhaupt nicht.

Esports – nicht als Sport anerkannt

Die GGL stellt fest, dass Wetten auf Esports nicht möglich sind, weil Esports in Deutschland nicht als Sport anerkannt ist. Wer auf League of Legends, Counter-Strike oder Dota 2 setzen will, findet das Angebot nicht im lizenzierten Markt – Offshore-Sites mit deutscher Werbung, aber das steht unter dem Vorbehalt des § 4 Abs. 1 GlüStV.

Was die Weltmeisterschaft als Event macht

Großereignisse wie eine FIFA-Weltmeisterschaft erweitern das Programm für ein paar Wochen erheblich – vom Eröffnungsspiel bis zum Finale sind typischerweise mehrere hundert Wetten pro Spiel verfügbar. Eine EM wirkt ähnlich. Wer als „neuer Buchmacher“ mit voller Weltmeisterschafts-Abdeckung wirbt, zeigt am ehesten, dass er die Infrastruktur des deutschen Markts mitbringt.

Top-Liste: Wer auf der GGL-Whitelist steht und seit wann

Die folgende Übersicht fasst zusammen, welche Anbieter im Oktober 2026 in der Whitelist stehen, und seit wann sie eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis führen. Eine Rangfolge ist das nicht – sie zeigt nur, wer im Markt ist und wie lange.

Lizenzstatus der gelisteten Buchmacher

Anbieter Whitelist-Status und Erlaubnisinhaberin Sportwetten-Erlaubnis seit
ODDSET Whitelist-Eintrag: ODDSET Sportwetten GmbH 18.11.2020 (Folgeerlaubnis 15.12.2022)
Betway Whitelist-Eintrag: Betway Limited 09.03.2021 (Folgeerlaubnis 23.12.2022)
DAZN Bet Whitelist-Eintrag: DZBT Operations Limited 22.08.2023
bet-at-home Whitelist-Eintrag: Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020 (Folgeerlaubnis 22.12.2022)
Tipwin Whitelist-Eintrag: Tipwin Limited 09.10.2020 (Folgeerlaubnis 27.12.2022)
Betano Whitelist-Eintrag: Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021 (Folgeerlaubnis 16.12.2022)
Winamax Whitelist-Eintrag: WINAMAX SA 29.06.2021 (Folgeerlaubnis 08.12.2022)
Tipico Whitelist-Eintrag: Tipico Co. Limited 09.10.2020 (Folgeerlaubnis 09.12.2022)
Bet3000 Whitelist-Eintrag: I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Sportwetten.de Whitelist-Eintrag: NetX Betting Limited 19.11.2020 (Folgeerlaubnis 16.12.2022)

Die Tabelle zeigt ausschließlich Domain, Halter und Datum der Erteilung. Sie zeigt kein Auszahlungsprofil, keine Quotenqualität, kein Bonusangebot – das sind Themen der jeweiligen AGB und ändern sich kurzfristiger als die Whitelist. Wer auf der Liste nicht steht, hat im Oktober 2026 nach § 4 Abs. 1 GlüStV keine Erlaubnis zum Anbieten in Deutschland; das Urteil trifft jeden Namen mit .de-Endung genauso wie eine ausländische Domain.

ODDSET: Deutscher Marktführer mit langer Geschichte

ODDSET Sportwetten GmbH trägt die Erlaubnis des Regierungspräsidiums Darmstadt, datiert auf den 15.12.2022 – die Erst-Erlaubnis wurde am 18.11.2020 erteilt. Die ODDSET Sportwetten GmbH ist ein deutscher Anbieter, der den Markt aus den Anfängen der staatlichen Lotterien kennt; er gehört zum Deutschen Lotto- und Totoblock und ist im stationären Vertrieb über Lotto-Annahmestellen verfügbar. Das Programm ist auf die deutschen Kernmärkte Bundesliga, 2. Bundesliga und DFB-Pokal fokussiert, ergänzt um Champions League und internationale Ligen.

Die Lizenzgeschichte deckt das gesamte Spektrum ab – eine deutsche GmbH mit deutscher Erlaubnis, kein Malta-Sitz, keine ausländische Konzernmutter im Hintergrund. Für Spielende, denen die deutsche Anbindung wichtig ist, ist das die vertrauteste Konstruktion, die der Markt zu bieten hat. Die Beschränkung liegt im Programm: Wer NBA, NFL oder Spezialmärkte sucht, wird bei ODDSET nicht fündig.

Betway: Britisch-maltesischer Anbieter mit Erlaubnis seit 2021

Betway Limited führt die deutsche Erlaubnis seit dem 09.03.2021 mit Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Die Erteilung wurde am 10.03.2021 vom damaligen Geschäftsführer Anthony Werkman in einer Mitteilung bestätigt. Das Programm ist breit: Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, NFL und Darts sind Standard; Spezialwetten auf asiatische Ligen und Frauen-Bundesligen ergänzen das Angebot. Die Whitelist führt Betway Limited als Betreiberin, weitere Erlaubnisse umfassen virtuelle Automatenspiele seit dem 02.10.2026.

Betway ist auf einem deutschen Markt präsent, der bei der Lizenz keinen Kompromiss macht. Wer einen etablierten Anbieter mit großer Programmtiefe sucht, liegt hier richtig. Wer auf der Suche nach einem Newcomer-Gefühl ist, nicht.

DAZN Bet: Sportwetten an die Streaming-Plattform gekoppelt

DZBT Operations Limited trägt die Erlaubnis seit dem 22.08.2023 und sitzt in Zebbug auf Malta. DAZN Bet tritt als Sportwettenmarke des gleichnamigen Streaming-Dienstes auf; das macht den Einstieg für Bestandskunden des Streaming-Angebots einfach und verspricht eine Verzahnung von Live-Übertragung und Livewette. Das Programm folgt dem DAZN-Sportrecht: Fußball (Bundesliga, Champions League, La Liga, Ligue 1, Serie A), Kampfsport (Boxen, MMA), American Football und Tennis.

Die Bindung an das DAZN-Abo ist ein Markenzeichen, kein Nachteil; sie ist auch nicht der einzige Zugang, wer ein eigenes Konto bei DAZN Bet eröffnet, kommt ohne Abo hinein. Für reine Sportwetten-Kunden bleibt das Programm solide, der Zusatznutzen hängt vom DAZN-Abo ab. Wer ohnehin DAZN schaut, hat hier einen reibungslosen Übergang.

bet-at-home: Österreichisch-maltesischer Anbieter mit deutscher Tradition

Bet-at-home.com Internet Limited ist auf der Whitelist mit der Erst-Erlaubnis vom 02.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Das Unternehmen gehört zur Gauselmann-Gruppe und führt daneben eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022. Das Programm ist europäisch aufgestellt – Bundesliga, österreichische Bundesliga, Schweizer Super League, dazu die großen europäischen Ligen – ohne sich in Spezialnischen zu verlieren.

Der Markenkern ist Kontinuität. Wer einen traditionsreichen Anbieter sucht, der nicht jeden Trend mitmacht, ist hier richtig; wer die neueste Quotenstruktur oder die größte Live-Tiefe sucht, sucht woanders. Die Lizenzgeschichte ist sauber, die Erlaubnis besteht.

Tipwin: Familienunternehmen mit deutscher DNA

Tipwin Ltd. ist laut eigener Angabe ein Familienunternehmen, dessen Geschäftsführer Dr. Damir Böhm ist. Die Whitelist führt die Erlaubnis seit dem 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen vom 27.12.2022 und 09.01.2024. Das Unternehmen ist Premium-Partner des Deutschen Basketball Bundes – ein Hinweis auf den Sport, in dem Tipwin traditionell stark ist. Das Programm ist solide, ohne die Breite der größeren Anbieter zu erreichen.

Familiengeführt, mit Verwurzelung im deutschen Sport – das ist die Ecke, in die Tipwin gehört. Wer einen Anbieter mit klarem Profil sucht und nicht das breiteste Programm braucht, ist hier gut aufgehoben. Wer absolute Vollständigkeit erwartet, schaut weiter.

Betano: Griechisch-österreichische Wurzeln über Malta

Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan auf Malta führt die Erlaubnis seit dem 19.02.2021 (Folgeerlaubnis 16.12.2022). Das österreichisch-griechische Unternehmen gehört zur Stoiximan-Gruppe und ist über die Marke Betano erreichbar. Das Programm deckt Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey und MMA ab; Spezialmärkte sind überdurchschnittlich.

Betano ist kein Newcomer mehr – die deutsche Erlaubnis besteht seit fünf Jahren und ist durch eine Folgeerlaubnis bestätigt. Für Spielende, die ausdauernde Live-Tiefe und Sonderwetten schätzen, ist der Anbieter stark. Wer auf der Suche nach einem neuen Namen ist, sucht einen anderen Blickwinkel als das Erst-Erlaubnis-Datum.

Winamax: Französischer Anbieter mit Poker-Wurzeln

WINAMAX SA führt die Erlaubnis seit dem 29.06.2021 (Folgeerlaubnis 08.12.2022), erteilt vom Regierungspräsidium Darmstadt. Das Unternehmen kommt aus der Poker-Welt; die deutsche Sportwettenplattform läuft getrennt davon. Das Programm ist umfangreich – Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, MMA und Radsport – und von der europäischen Mutter gewohnt, ohne Schnörkel.

Winamax richtet sich an Spielende, die einen europäischen Buchmacher mit klarer Linie suchen, ohne die Schwergewichte-Marke der heimischen Anbieter. Die Lizenz ist sauber, das Hausprofil erkennbar. Für Poker-Spieler, die zusätzlich wetten wollen, ist das Angebot besonders glatt.

Tipico: Bekannteste Marke – und Fall vor dem EuGH

Tipico Co. Limited mit Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet. Die Whitelist führt die Erlaubnis seit dem 09.10.2020 (Folgeerlaubnis 09.12.2022). Das Programm deckt das volle Spektrum ab: Bundesliga bis Regionalliga, europäische Top-Ligen, Tennis, Basketball, Eishockey, NFL.

Tipico ist die sichtbarste Marke im deutschen Markt – und gleichzeitig Anbieter in einem laufenden Verfahren, in dem ein Spieler mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurückfordert. Der BGH hat die Frage am 25. Juli 2024 dem EuGH vorgelegt, der Generalanwalt hat am 19. März 2026 deutliche Sympathie für Rückzahlungsansprüche gegen unerlaubte Anbieter erkennen lassen. Die Lizenz hat Tipico nachweislich seit 2020 – das Verfahren betrifft Zeiten davor. Für die heutige Spieler-Realität folgt daraus: aktuelle Verträge sind erlaubt; was vor 2020 geschah, ist ein anderes Kapitel.

Bet3000: Neuester Eintrag in der Whitelist

I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta führt die Erlaubnis seit dem 22.04.2026 – der jüngste Erstdatum-Stempel in der October-2026-Liste. Bet3000 ist in Deutschland vor allem über die stationäre Präsenz bekannt; die Online-Plattform ist die jüngere Hälfte des Unternehmens. Das Programm ist auf Fußball und die großen europäischen Ligen fokussiert.

Wer „neuer Buchmacher“ im strengen Sinne der GlüStV-Erlaubnis sucht, landet hier. Bet3000 ist frisch in der deutschen Whitelist, mit Whitelist-Erstdatum 22. April 2026, und tritt als Buchmacher mit deutscher Erlaubnis an. Die übrigen Anbieter dieser Liste sind durchgehend länger im Markt – „neu“ ist hier im engeren Wortsinn einmal zu nehmen.

Sportwetten.de: Starker Name, geführter Anbieter

NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara auf Malta führt die deutsche Erlaubnis seit dem 19.11.2020 (Folgeerlaubnis 16.12.2022). Der Name klingt nach Hausmarke einer Vergleichsplattform; auf der Whitelist steht er als eigenständiger Anbieter mit eigener Erlaubnis. Das Programm ist umfangreich und deutschsprachig ausgerichtet – Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, Champions League, Premier League, La Liga.

Sportwetten.de ist ein Anbieter, keine Werbeplattform. Spielende sollten Whitelist-Eintrag und AGB gleichermaßen prüfen. Für Kunden, die einen Anbieter mit klarer deutscher Stimme suchen, ist die Marke attraktiv; die Lizenz ist sauber.

Was ein Buchmacher ist – und wie er an Wetten verdient

Ein Buchmacher nimmt Wetten zu festen Quoten an und sichert sich über die Marge einen Anteil des Gesamtumsatzes. Die Logik: Für jedes Ereignis schätzt der Anbieter Wahrscheinlichkeiten, wandelt sie in Quoten um und kürzt jede Quote so, dass das Produkt der Kehrwerte aller möglichen Ausgänge kleiner als eins ist. Die Differenz zu eins ist die Marge – der Anteil, den der Anbieter langfristig vom Umsatz behält.

Wie Quoten entstehen

Eine Quote ist das Verhältnis zwischen Einsatz und Auszahlung. Bei einer Quote von 2,10 auf einen Tipp setzt der Anbieter die aus seiner Sicht geschätzte Wahrscheinlichkeit von etwa 47,6 % an (1 / 2,10) – und fügt die Marge hinzu. Tatsächlich beträgt die „rohe“ Wahrscheinlichkeit aus Anbietersicht vielleicht 50 %, was einer fairen Quote von 2,00 entspräche; die ausgewiesene 2,10 spiegelt die zugesetzte Marge.

Was der Buchmacher an einer Wette verdient, hängt nicht vom Ausgang des Spiels ab, sondern von der Verteilung der Einsätze über alle möglichen Ausgänge. Wenn die Einsätze so verteilt sind, dass der Anbieter bei jedem möglichen Ergebnis gleich viel auszahlen müsste, dann ist die Marge der einzige Gewinn. Einseitige Verteilungen können den Anbieter zwingen, die Position zu verändern – etwa über einen Wettmarkt an einer Börse. Das ist das Tagesgeschäft hinter den Kulissen, das die wenigsten Spielenden sehen.

Wie ein neuer Buchmacher wird: Erlaubnis, Pflichten, Verfahren

Wer Buchmacher werden will, braucht eine Erlaubnis der GGL und einen Sitz in einem EWR-Staat – viele Anbieter wählen Malta aus Steuer- und Konzerngründen. Das Verfahren beginnt mit einem Antrag bei der zuständigen Landesbehörde (in den meisten Fällen das Regierungspräsidium Darmstadt), wird von dort an die GGL überwiesen und umfasst Eignungsprüfung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Sicherheitskonzept und Geldwäsche-Compliance.

Welche Schritte der Antrag umfasst

Vom Antrag bis zur Erlaubnis vergehen mindestens mehrere Monate; wer nachschiebt, lässt sich Zeit. Die Konzepte umfassen Sozialkonzepte (Spielerschutz), IT-Sicherheit, Geldwäscheprävention, Wirtschaftspläne mit Eigenkapitalnachweis. Nach Erteilung der Erlaubnis beginnt die Eintragung in die Whitelist – und erst dann darf der Anbieter in Deutschland aktiv werden.

Was die Erlaubnis bedeutet

Eine Erlaubnis deckt genau das, was in der Whitelist steht: die Domain, das Produkt und die juristische Person. Wer eine Erlaubnis hat, betreibt ein legales Glücksspiel und unterliegt der Aufsicht der GGL – die kann prüfen, anhören, Bußgelder verhängen und im Wiederholungsfall die Erlaubnis widerrufen. Eine Erlaubnis ist kein Markt allein, sondern auch eine Verteidigungslinie.

Überblick: Wie der deutsche Sportwettenmarkt funktioniert

Der deutsche Sportwettenmarkt ist reguliert, lizenziert und beschränkt – drei Eigenschaften, die zusammenfallen und nicht teilbar sind. Reguliert: durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021. Lizenziert: durch die GGL und die Whitelist. Beschränkt: durch das 1.000-€-Limit pro Monat, die eingeschränkten Live-Märkte, die Pflicht zur vollständigen Verifikation und das Verbot anonymer Zahlungsmittel.

Drei Säulen des Marktes

Der Anbieter mit deutscher Erlaubnis: voller Spielerschutz, OASIS-Anbindung, LUGAS-Limit, deutsches Beschwerdewesen. Der Anbieter mit EU-Lizenz ohne deutsche Erlaubnis: kein OASIS, kein LUGAS, keine deutsche Aufsicht – aber Spielerinnen und Spieler genießen den Schutz des Herkunftslandes. Der Anbieter ohne Lizenz: eine Wette, die im Inland nicht abgesichert ist und für die im Zweifel keine Rückforderung greift.

Wo der Markt gerade wächst

Sportwetten wachsen 2026 in Deutschland – aber im Rahmen des LUGAS-Limits, nicht darüber hinaus. Wer 1.000 € im Monat ausgeben will, kann das tun, mit demselben Konto bei verschiedenen Anbietern, unter derselben Sperrdatei. Wer mehr ausgeben will, braucht einen Nachweis wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit – und dessen Prüfung hängt vom Anbieter ab.

Wie ein Wettschein entsteht: Vom Tipp zum Gewinn

Eine Wette beginnt mit dem Tipp und endet mit der Auszahlung – drei Schritte, die je nach Wettart verschieden ausfallen. Einzelwette: ein Tipp, eine Quote, ein Ausgang. Kombiwette: mehrere Tipps, eine Gesamtquote, ein Ausgang – alle Tipps müssen zutreffen. Systemwette: mehrere Tipps, mehrere mögliche Ausgänge, mindestens ein zutreffender Tipp reicht.

Das Beispiel einer Einzelwette

Einsatz 50 €, Quote 2,10, Ausgang Heimsieg. Bei korrektem Ausgang zahlt der Anbieter 50 € × 2,10 = 105 € aus, der Reingewinn beträgt 55 €. Bei falschem Ausgang ist der Einsatz verloren. Die Marge des Anbieters steckt in der Differenz zwischen seiner Wahrscheinlichkeitseinschätzung und der ausgewiesenen Quote.

Das Beispiel einer Dreier-Kombiwette

Drei Tipps zu den Quoten 1,80, 2,10 und 1,95. Die Gesamtquote beträgt 1,80 × 2,10 × 1,95 = 7,371. Bei einem Einsatz von 10 € winkt ein Bruttogewinn von 73,71 €. Bei einem Fehler in einem der drei Tipps ist der Einsatz vollständig verloren – die Kombiwette zahlt entweder ganz oder gar nicht.

Das Beispiel einer Heinz-Wette

57 Wetten aus 6 Tipps, Einsatz frei wählbar pro Wette. Wer 1 € pro Wette setzt, zahlt 57 € ein. Bereits eine zutreffende Einzelwette bringt nichts – die Heinz besteht nur aus Kombinationen ab zwei Tipps. Wer zwei von sechs trifft, hat Treffer in den Zweierkombinationen, die diese beiden Tipps enthalten; wer drei oder mehr trifft, sammelt zusätzliche Treffer in höheren Kombinationen.

Was Buchmacher sonst noch unterscheidet

Höhe der Quoten

Eine niedrige Marge heißt mehr Auszahlung an die Spielenden – genau darauf zielt der Quotenvergleich. Er wird nach Markt und Sport durchgeführt; ein Anbieter mit starker Fußball-Quote ist nicht zwingend stark in Tennis oder NBA.

Live-Angebot

Während laufender Spiele ändert sich das Wettprogramm kontinuierlich; Quoten werden angepasst, Märkte geschlossen, neue eröffnet. Die Anzahl der verfügbaren Märkte ist ein Hinweis auf die Tiefe des Anbieters – drei gleichzeitig beim Bundesligaspiel sind Standard, zehn oder mehr zeigt einen Anbieter mit ausgebauter Live-Sektion.

Sonderwetten

Manche Anbieter heben sich mit Spezialwetten hervor – etwa auf den nächsten Eckball, den nächsten Einwurf oder Kombinationen aus beiden Hälften. Das ist kein Pflichtprogramm; für Spielende, die solche Märkte suchen, ist der passende Anbieter Teil des Quotenvergleichs.

Kundenservice

Ein Anbieter mit deutschsprachigem Support, der per Live-Chat, E-Mail und Telefon erreichbar ist, ist verlässlicher als einer, der „nur“ englischsprachig per E-Mail antwortet. Die GGL verlangt keinen Mindeststandard an Service, aber Spielende schätzen schnelle Hilfe.

Sportwettensteuer: 5,3 %, eingerechnet auf den Einsatz

Die Sportwettensteuer ist im Rennwett- und Lotteriegesetz geregelt. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, das entspricht 5,3 / 105,3 ≈ 5,03 % des eingezahlten Betrags. Die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Spielende (§ 19 RennwLottG). Was der Anbieter damit macht, ist seine Sache – manche ziehen sie direkt vom Einsatz ab, andere übernehmen sie und kürzen die Quote.

Wie sie sich auswirkt

Bei einem 100-€-Einsatz und einer Quote von 2,00 ohne Steuerabzug zahlt der Anbieter 200 € aus. Wenn der Anbieter die Steuer vom Einsatz abzieht, zahlt der Spielende 100 € ein, der Anbieter führt 4,77 € an das Finanzamt ab und rechnet die Wette auf Basis von 95,23 € ab; die Auszahlung bei Quote 2,00 sinkt entsprechend. Genaueres steht in den AGB.

Was die Frage „Wer zahlt die Steuer?“ beantwortet

Auf eine Wette mit deutschem Buchmacher ist die Antwort: der Anbieter. In welcher Form er das tut, variiert. Wer klug vergleicht, liest die AGB und schaut, wie die Quote auf den jeweiligen Markt zustande kommt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Buchmacher, und wie verdient er an Wetten?

Ein Buchmacher ist ein Veranstalter von Sportwetten, der Wetten zu festen Quoten annimmt und Gewinne nach Einsatz mal Quote auszahlt. Sein Einkommen ist die Marge, also der Anteil am Umsatz, der nicht als Gewinn ausgezahlt wird. Das ist unabhängig vom Ausgang des Spiels – langfristig gewinnt der Anbieter durch den eingebauten Vorteil in jeder Quote.

Wie machen Buchmacher ihre Quoten, und was ist die Marge?

Quoten entstehen aus Wahrscheinlichkeitseinschätzungen, die der Anbieter für jedes mögliche Ergebnis trifft und mit der Marge kürzt. Die Marge errechnet sich aus der Differenz zwischen 100 % und der Auszahlungsquote – der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Markets. Bei zwei Ausgängen mit Quoten 1,90 und 1,90 liegt die Auszahlungsquote bei 95,0 %, die Marge bei 5,0 %.

Wie wird man Buchmacher, und welche Erlaubnis braucht ein Anbieter in Deutschland?

Wer in Deutschland Sportwetten veranstalten will, braucht eine Erlaubnis der GGL nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV. Das Verfahren umfasst Eignungsprüfung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Sozialkonzept und IT-Sicherheit. Nach Erteilung erfolgt die Eintragung in die Whitelist – erst dann darf der Anbieter in Deutschland aktiv werden.

Woran sind neue Buchmacher mit deutscher Erlaubnis zu erkennen, und wo steht die aktuelle Whitelist?

Eine deutsche Erlaubnis erkennt man ausschließlich am Eintrag in der Whitelist, die die GGL auf ihrer Website veröffentlicht. Eine .de-Domain allein belegt keine Erlaubnis, eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine Wirkung. Wer einen Anbieter prüft, sucht dort den Eintrag mit Domain, Inhaberin und Erteilungsdatum.

Welche Rolle spielt die Sportwettensteuer von 5,3 % bei der Berechnung der Auszahlung?

Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage Einsatz abzüglich Steuer und wird vom Veranstalter geschuldet. Ob und wie sie an die Spielenden weitergegeben wird, regelt jeder Anbieter in seinen AGB – durch Abzug vom Einsatz oder durch eine angepasste Quote. Die Steuer fließt an das Finanzamt, nicht an die GGL; die GGL beaufsichtigt die Erlaubnis, nicht das Steueraufkommen.

Was bedeuten das Einzahlungslimit von 1.000 € über alle Anbieter und die Sperrdatei OASIS für Wettende?

Das 1.000-€-Limit gilt pro Kalendermonat über alle Whitelist-Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt; eine Anhebung ist nur mit nachgewiesener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich. OASIS ist die bundesweite Sperrdatei für Spielende und wird bei Anmeldung und Login geprüft. Wer einmal gesperrt ist, kann bei keinem Anbieter mehr spielen, der an die Datei angeschlossen ist.

Inhalt erstellt vom Team «wettauszahlung»